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Eine Kurzbiografie von Gustav Klimt

Gustav Klimt Kurzbiografie

Gustav Klimt war ein Meister der auffälligen Muster und der metallischen Farbe. Klimts Vater war ein Goldgraveur in Wien, der seinem Sohn beibrachte, wie man mit Gold arbeitet.

Klimt erhielt ein Stipendium für die Kunstschule. Nachdem er sein Studium beendete, begannen er und sein Bruder ein kleines Gewerbe und malten Wandmalereien an Wänden und Decken für Villen, Theater und Universitäten. Klimt wechselte von der Wandmalerei zur Malerei auf Leinwand. Er ließ sich von den byzantinischen Mosaiken aus dem Mittelalter inspirieren, bei denen viele winzige Scherben aus farbigem Glas, glänzenden Steinen, sowie Gold und Silber zur Herstellung von Bildern und Mustern verwendet wurden. Klimt benutzte in seiner Kunst viel Gold und metallische Farbe, was man als seine goldene Phase bezeichnete.

Klimt gehörte zu einer Gruppe von Künstlern in Wien, die der realistischen Kunst, die seit Hunderten von Jahren gemacht wurde, überdrüssig waren. Sie glaubten, dass Kunst überall sei und dass dekorative Kunst genauso wichtig sei wie die höheren bildenden Künste. Sie wollten, dass ihre Kunst etwas symbolisieren sollte, das über das hinausgeht, was auf der Leinwand erschien. Sie wollten helle Farben verwenden. Sie wollten wirbelnde, fließende Linien verwenden, was in ihrer Version des Jugendstils gipfelte.

Das nachfolgende Gemälde trägt den Titel “Der Kuss”.

Es wurde 1907 bis 1908 in Öl auf Leinwand mit goldenen Silberblättern gemalt. Dieses Gemälde eines Mannes und einer Frau ist voller Emotionen. Der Mann küsst die Wange der Frau, als wäre es ihr letzter Kuss oder vielleicht ihr erster. Der Schwerpunkt liegt auf ihren Gesichtern. Alles andere ist ein Strudel an Mustern. Sie erscheinen getrennt und doch vereint in dieser engen Umarmung.

Im Laufe der Zeit hat Klimt vor allem über einige der wichtigsten Fragen des Lebens gemalt, wie zum Beispiel die Liebe zwischen Mann und Frau, den Lebenslauf von der Kindheit bis ins hohe Alter und das Thema von Krankheit und Tod. Klims Schwester starb, als er erst 12 Jahre alt war, sein Vater und sein Bruder starben, als er 30 Jahre alt war. Seine Mutter und seine anderen Schwestern rutschten als Folge in Depressionen und Trauer ab. Sein eigener Sohn starb ebenfalls im Alter von wenigen Monaten. Vielleicht sind diese Gefühle des Lebens und des Todes in Gustav Klimt so stark, dass sie sich beim Malen in eindrucksvolle Bilder übersetzen lassen. Eines davon ist der Lebensbaum.

In den frühen Mythologien und in vielen Kulturen steht der Baum des Lebens für die Verbindung zwischen Himmel und Erde und der Unterwelt. Eine der wichtigsten Eigenschaften des Lebensbaums ist, dass er den Betrachter dazu herausfordert, mehr Zeit damit zu verbringen, das üppige Gemälde zu bewundern oder zu versuchen, alle seine symbolischen Bedeutungen zu entschlüsseln. In diesem Gemälde verwendete Klimt viele kostbare Materialien wie Gold als Farbe und andere luxuriöse Techniken, um eine magische Welt zu illustrieren. Die Anwesenheit eines einzelnen schwarzen Vogels zieht den Betrachter zu einem zentralen Teil des Gemäldes. Der Rabe erinnert daran, dass alles, was einen Anfang hat, auch ein Ende hat, da der Vogel von vielen Kulturen als Symbol des Todes verwendet wurde. Der Lebensbaum von Gustav Klimt gehört zu den Gemälden mit dem höchsten Wiedererkennungswer aus Gustav Klimts malerischer Laufbahn.